Aquakultur, Fischerei (Fragen und Antworten)

In Deutschland breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Was passiert, wenn ich als Leiter eines landwirtschaftlichen Betriebes an dem Virus erkranke? In dieser Meldung finden Sie alle Fragen und Antworten, die Aquakultur/ Fischerei Betriebe rund um Corona betreffen: Arbeitsrecht, Versorgung, Anträge, Lebensmittelverkauf, Entschädigungen etc.

Wie wirkt sich das Verbot von Ansammlungen von mehr als 2 Personen auf landwirtschaftliche Betriebe aus?

Das Kontaktverbot bezieht sich nicht auf landwirtschaftliche Betriebe, da sie zur systemrelevanten Infrastruktur zählen. Das heißt, dass landwirtschaftliche Betriebe ihren Tätigkeiten möglichst uneingeschränkt nachgehen können, da sie einen Beitrag zur Ernährungssicherung leisten. Dies betrifft auch die Mitarbeiter, die Fahrten zum Betrieb des Landwirtes oder im Rahmen von betrieblichen Zwecken unternehmen. Falls doch eine landesweite Ausgangssperre durchgesetzt werden sollte, bietet der WLV zwei Formulare an:

Durch das Mitführen der ausgefüllten Bescheinigungen sei es möglich, sich trotz festgesetzter Ausgangssperren zu betrieblichen Zwecken frei zu bewegen und dies gegenüber Polizei und Ordnungsämtern zu dokumentieren.

Habe ich als Landwirt/in Anspruch auf eine Notfallbetreuung meiner Kinder?

Die Land- und Ernährungswirtschaft wurde am 23. März vom Bundeskabinett als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Daher steht Ihren Kindern eine Notfallbetreuung zu. Konkrete Regelungen dazu sind jedoch länderabhängig. Für die Betreuungsfrage sind die kommunalen Behörden vor Ort zuständig.

ARBEITSRECHT UND BETRIEBSHILFE

Der Betriebsleiter befindet sich in Quarantäne: Habe ich Anspruch auf einen Betriebshelfer?

Ob ein infizierter Landwirt Anspruch auf einen Betriebshelfer hat, ist von den konkreten Verhältnissen im Einzelfall und der Abstimmung mit den örtlich zuständigen Behörden abhängig. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) bemühe sich, in jedem Einzelfall eine sachgerechte Lösung zu finden. Grundsätzlich gilt, nur wer am Coronavirus (COVID-19) erkrankt ist, hat Anspruch auf Betriebs- und Haushaltshilfe. Wird eine im landwirtschaftlichen Betrieb tätige Person auf Anordnung der nach Landesrecht zuständigen Behörde (z. B. Gesundheitsamt) unter Quarantäne gestellt, ohne dass eine mögliche Viruserkrankung bereits diagnostiziert ist, besteht hingegen kein Anspruch auf Betriebs- und Haushaltshilfe gegenüber der SVLFG. Mehr dazu hier.

Erhalten landwirtschaftliche Unternehmen eine Entschädigung?

Ist ein Betrieb oder eine mitarbeitende Person von Quarantäne betroffen, wird eine Entschädigung von der nach Landesrecht zuständigen Behörde auf Antrag geleistet. Mehr dazu finde Sie hier.

Ein Mitarbeiter ist an Corona erkrankt. Was bedeutet das für mich als Chef?

Ist bei einem Mitarbeiter ein Corona-Test positiv ausgefallen, ist der Mitarbeiter aufgrund einer Viruserkrankung arbeitsunfähig und hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die maximale Dauer von sechs Wochen. Verstößt ein Mitarbeiter gegen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, so trifft ihn im Fall der anschließenden Erkrankung ein Verschulden an seiner Arbeitsunfähigkeit. Hier kann der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung verweigern, weil der Arbeitnehmer seine Arbeitsunfähigkeit grob fahrlässig herbeigeführt hat. Insofern ist der Arbeitgeber berechtigt, aus dem Urlaub zurückkehrende Arbeitnehmer dazu zu befragen, ob Sie sich in einer gefährdeten Region aufgehalten haben. Der Anspruch ist dabei regelmäßig auf eine Negativauskunft beschränkt. Der genaue Urlaubsort muss nicht genannt werden. Mehr zum Thema Arbeitsrecht, finden Sie hier.